Hausautomatisierung – Suche nach dem “richtigen” System

Seit langer Zeit habe ich schon den Gedanken im Kopf, mein Haus etwas smarter zu machen. Auf der Suche nach einer möglichst zukunftssicheren und flexiblen Haussteuerung bin ich auf viele unterschiedliche Systeme gestoßen.

Homecontrol_graphic(1)Die Vorgaben:
Ich will keine Verkabelung nachrüsten! In meinem Sicherungskasten ist leider kein Platz für zusätzliche Einbauten vorhanden, daher sollen die Komponenten möglichst dort verbaut werden wo sie arbeiten. Somit wird es eine Funk Variante die meine bestehende Installation sinnvoll erweitert.
Einen kleinen Erfahrungsbericht der gefundenen Systeme habe ich mal zusammengefasst.

Loxone
Mit Loxone kann man ein Haus vom Baubeginn an vollständig automatisieren. Das System kann sowohl kabelbasiert verwendet werden, als auch über Funk. Da Loxone eher verkabelungsorientiert ausgelegt ist, sind die Funkkomponenten noch nicht so lange im Angebot. Daher gibt es noch nicht viel Auswahl an Geräten mit Funksteuerung.
Außerdem ist das System relativ kompliziert zu installieren und auch relativ teuer.

Homematic
Die Homematic von ELV ist schon seit einigen Jahren im Angebot. Sie ist eine logische Weiterentwicklung der früher sehr bekannten FS10 und FS20 Funksteuerung. Es gibt viele unterschiedliche Komponenten, die durchaus alles abdecken was man so braucht. Die Komponenten sind zwar wesentlich teurer als billige Funktechnik aus dem Baumarkt, aber dafür sind sie technisch zuverlässiger. Jedes Steuersignal wird an den Sender rückgemeldet, somit lassen sich auch zuverlässige Zustandsabfragen realisieren. Leider ist Homematic kein offener Standard und nur mit sich selbst kompatibel.

Z-Wave
Ein noch relativ unbekanntes System ist Z-wave. Die von Sigma Designs vor ca. 15 Jahren entwickelte Funkkommunikation ist auf geringen Energieverbrauch und hohe Kommunikationssicherheit optimiert. Der Standard ist über die Z-Wave Alliance zertifiziert und ermöglicht eine Interoperabilität aller mittels Z-Wave kommunizierenden Geräte.
Zudem kann Z-Wave nicht nur Rückmeldungen an den Sender geben, sondern ich zusätzlich auch "mesh" fähig. Das bedeutet, dass fast alle Komponenten die einen fixen Stromanschluss haben (Schalter, Steckdosen, u.s.w) als Relaisstation für das Netzwerk funktionieren. Dadurch gibt es in einem gut ausgebauten Z-Wave Netzwerk keinerlei Übertragungsprobleme . Die Komponenten sind zwar etwas teurer als die der Homematic, dafür aber Hersteller unabhängig einsetzbar.

Fibaro Home Center2
Fibaro ist einer der vielen zertifizierten Hersteller für Z-Wave Komponenten. Zusätzlich zu den Komponenten kann man mit dem Home Center 2 von Fibaro eine vollwertige Haussteuer Zentrale kaufen. Diese Zentrale kostet zwischen € 200,- und € 500,-, je nach Ausbaustufe. Das Top Modell kann geniale Dinge wie GPS-Steuerung, Szenen Programmierung, Wetter Integration und vieles mehr. Die HC2 ist grafisch und sehr übersichtlich aufgebaut. Dadurch ist sie sehr bedienerfreundlich und ideal für Anfänger, die sich mit der technischen Realisierung wie Makros, Steuerungsabläufe nicht mehr als notwendig auseinander setzen wollen. Da die HC2 ebenfalls Z-Wave zertifiziert ist, kann man auch Komponenten anderer Z-Wave Hersteller verwenden. Neue Komponenten können oft erst nach einem Firmwareupdate des HC2 aktiviert werden, das bedeutet die Unterstützung neuer Komponenten dauert manchmal etwas.

FHEM
Die freie Software FHEM hat weniger mit einem Haussteuer System zu tun, sondern mehr mit der Konsultierung vieler unterschiedlicher Systeme unter einer Oberfläche. Die Software stellt eine Plattform zur Verfügung, mit der man sowohl Komponenten von Z-Wace, Homematic, Fritz! Dect, FS20 und viele andere Systeme einbinden und steuern kann. Allerdings ist FHEM nicht so einfach zu verwenden, wie das Fibaro System. Fehm setzt einige Kenntnisse über die eingebundenen Komponenten voraus, ist aber dadurch nahezu grenzenlos flexibel. Will man unterschiedliche Haussteuer Systeme verwenden, braucht man natürlich die entsprechenden Zentralen oder zu mindestens kompatible Steuersysteme (Sticks). Die Software läuft auf Windows, Linux, oder auch auf dem Raspery Pi. Sie ist bestens geeignet für Erfahrene Anwender und Freaks die Haussteuerung bis ins Detail ausreizen wollen.

Fazit:
Ich habe mich entschlossen vorerst den flexibelsten Weg zu gehen und mit einem kleinen Starterset von Z-Wave Komponenten und FEHM zu beginnen. Damit bin ich nicht nur zukunftssicher unterwegs, sondern spare mir vorerst auch das Geld für eine Hardware Heimzentrale. Denn mein Windows PC läuft sowieso dauernd und ist damit als Basis für die Steuerung schon mal verfügbar. In späterer Folge werde ich vielleicht mal eine Zentrale von Fibaro oder Devolo anschaffen, aber das wird sich erst zeigen. Vielleicht gefällt mir ja FHEM so gut, dass ich nach einiger Einarbeitungszeit gar nichts mehr anderes haben will Zwinkerndes Smiley
Jetzt geht’s mal weiter mit der Suche der brauchbarsten Komponenten, aber das ist eine andere Geschichte…..

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