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Hyundai Kona – 1000km Langstreckentest

Der Hyundai KONA EV hat mich auf der Landstraße so fasziniert, dass ich ihn mir nochmal für einen Test auf der Langstrecke ausgeborgt habe. Der Weg ist, von20181021_154537 - Kopie Wien über Mondsee und München nach Scheyern in Deutschland zu einem Seminar und wieder zurück zu fahren.
Meine Testvorgabe ist, mit dem Auto ohne “Stromsparmaßnahmen”, wie mit einem Verbrenner unterwegs zu sein. Ich bevorzuge eine sportliche Fahrweise unter Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit. Also einen realistischen Fahrbetrieb, wie ich es auch mit meinem Skoda Fabia machen würde. Selbst mit dieser Fahrweise sollte es im Hyundai KONA möglich sein die ca. 530 km mit nur einem Ladestopp zu meistern. Wir werden sehen…

20181018_144707 - KleinIch starte mit dem fast vollgeladenen Auto in Wien (Soc [= State of Charge] 90%) über die A21 und A1 Richtung Mondsee. Ich fahre die meiste Zeit, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn. Das Ziel ist der ca. 300km entfernte IONITY Schnellader in Mondsee, der seit kurzer Zeit in Betrieb ist. Diese Strecke schafft der KONA ohne Probleme. Ich komme mit 7% Soc beim IONITY Lader in Mondsee an, dabei bin ich nicht mal ganz vollgeladen losgefahren. Das ist eine Ansage!

Laden beim Ultraschnelllader von  IONITY – Raststation Mondsee

Der Ladevorgang an der IONITY Säule kann durch Abscannen eines QR-Code direkt übers Internet mit Kreditkarte bezahlt werden. Ich habe zufällig die mobility+ App auf meinem Handy, daher wird mir auch diese zum Bezahlen angeboten. Ich möchte allerdings keine Kreditkarten Daten an der Ladesäule angeben, und habe daher vor einigen Tagen mit dem IONITY Servicedesk telefoniert. Dort wurde mir eine Freischaltung über meine TANKE Karte von Wienstrom als Bezahlmöglichkeit zugesichert.
Die Freischaltung über meine “TANKE” Karte funktioniert leider nicht. Bei einem Telefonat mit IONITY kommt heraus, dass die Freischaltung mit der TANKE Karte offensichtlich in der Praxis doch noch nicht klappt. Eine Lösung für dieses “Problem” ist bei IONITY kurzfristig nicht möglich, daher wird mir die Ladesäule zum einmaligen Laden aus der Ferne freigeschaltet. Danke IONITY.

Ladeweile in Mondsee

Die Raststation mit dem wunderschönen Ausblick auf den Mondsee lädt zum Mittagessen ein. Das Essen ist lecker, die Preise sind gehoben, aber für eine Autobahnraststätte angemessen. Hier kann man es ohne Probleme auch etwas länger als 30 Min aushalten.
Nach ca. 75 Charge curve Hyundai KonaMin ist mein Auto wieder auf 95% geladen und ich habe ca. 62 kWh Energie bekommen. Ich hatte erwartet, dass der KONA merklich schneller laden kann. Denn angeblich kann IONITY bis zu 350 kW liefern und das Fahrzeug sollte mit 70 kW Leistung laden. In der Praxis klappt das zwar, aber nur bis ca. 70% Soc. Danach fällt die Ladeleistung des KONA stetig ab, wie man auf der Ladekurve sehen kann, die ich in einem Internet Forum gefunden habe. Das muss bei der Planung der Ladezeit berücksichtigt werden, da sich diese dadurch ab einem Soc von 70% merklich  verlängert!
Die Ladung am IONITY Schnellader kostet € 8,- pro Ladevorgang. In meinem Fall hätte die Kilowattstunde damit ungefähr € 0,13 gekostet, das ist fair! Hätte ich ein Fahrzeug mit 30 kWh Akku vollgeladen, wären es ca. € 0,26 / kWh gewesen. Immer noch OK für eine Schnelladung! Hier ist ein Fahrzeug mit großem Akku, wie der KONA, und ausreichend Zeit, ein wesentlicher Vorteil.

Laden in München

Leider ist 20181019_085536 - Kopiemein Ladechip von Maingau, den ich schon 3 Wochen vor der Tour bestellt habe, nicht rechtzeitig angekommen. Daher bin ich nun etwas weniger flexibel beim Auswählen der Ladestationen, wie geplant. Da ich zur Sicherheit auch eine Smatrics Karte dabei habe, muss ich mir allerdings keine Sorgen machen.

Ich finde in der Nähe unseres Hotels “Villa am Schlosspark” einen städtischen 11 kW Lader der sich mit meiner BEÖ Karte aktivieren lässt.  Hier darf ich maximal 4 Stunden stehen und bekomme somit ca. 15 kWh am Typ2 Anschluss geladen. Da noch ca. 50% im Akku sind, reicht das locker bis zu meiner nächsten Station die nur ca. 75 km weit entfernt ist.

Deutsche Autobahn

Damit so ein Test auch wirklich Spaß macht, muss natürlich auch ein Stück ohne Ge20181018_172008 - CUTschwindigkeitsbeschränkung auf der deutschen Autobahn dabei sein. Dort war man bisher mit einem Elektroauto eher auf der ersten Spur unterwegs. Nicht mit dem Hyundai KONA! Die 204 PS liegen mit 395 Nm Drehmoment nahezu immer an. Dadurch beschleunigt das Auto selbst von 100 km/h bis zur Topspeed von 178 km/h nahezu verzögerunsfrei.
Da ich von München zu meinem Ziel nur ca. 70km fahren muss, kann ich den 204 Pferden bedenkenlos etwas Auslauf gönnen 😉 Natürlich nur da, wo es erlaubt ist.

Das Bild, ein Elektroauto im Rückspiegel herannahen zu sehen, haben einige BMW und AUDI Fahrer sicher in dieser Art noch nicht oft erlebt 😉 Es macht also viel Spaß mit einem Elektroauto auf dem nicht “Tesla” steht, auf der Überholspur unterwegs zu sein!

Laden im Gasthof

20181021_080107 - KopieAuch im Gasthof in der Nähe meines Seminarraumes in Scheyern, kann ich aufladen. Leider nur mit 2kW. Damit bekommt man das Auto zwar über Nacht nicht vollgetankt, die Ladung reicht aber für die erste Etappe meiner Rückreise bis nach Braunau, wo wieder ein Smatrics Schnelllader steht.

Rückfahrt

Die erste Station auf der Rückfahrt ist Braunau. Dort lade ich nur ca. 35 Min bis 75%, während wir einen kurzen Snack beim “Schachtelwirt” einnehmen. Es macht mehr Sinn, in Ansfelden nochmal bei Smatrics stehenzubleiben, als hier zu warten bis das Auto von 75% vollgeladen ist! (siehe Ladekurve oben)

Daher stoppen wir in Ansfelden, trinken noch einen Kaffee in der Rastation und vertreten uns etwas die Füße.
Ich verlasse den Schnellader mit Soc von 60% etwas voreilig, weil die Raststätte nicht unbedingt die perfekte Ladeweile vermittelt. Ich hätte besser noch etwas mehr laden sollen.
Diese Situation gibt mir allerdings auf dem Heimweg ab dem Autobahnknoten Steinhäusel die Möglichkeit einen wichtigen Test zu machen. Nämlich herauszufinden bei welcher Geschwindigkeit die Restreichweite und die Entfernung zum Ziel möglichst GLEICH herunterzählen. Im KONA sind das ca. 112 km/h mit dem adaptiven Tempomaten. So kommen wir am späten Abend mit 8% Soc in der heimischen Garage an und ich bin froh, dass ich dort genug Leistung habe, um das Auto wieder voll aufzuladen.

Verbrauch

Da ich weiß, dass es für Elektromobilisten  wichtig ist, hier meine Verbrauchsdaten auf der Autobahn. Ich bin meistens so schnell 20181022_125728 - L2gefahren wie es erlaubt war. Der KONA schafft eine maximale 20181021_221801 - KopieHöchstgeschwindigkeit von 178 km/h, die man auf kurzen Abschnitten der deutschen Autobahn durchaus sicher fahren kann. Ich habe auf beiden Langstrecken knapp über 20 kWh auf 100 km verbraucht. Ich hatte während der ganzen Fahrt die Klimaautomatik und die Hifi Anlage, sowie den “SPORT” Modus im KONA aktiviert. Auf der österreichischen Autobahn habe ich fast ausschließlich den adaptiven Tempomaten des KONA verwendet. In Deutschland bin ich auf vielen Strecken selbst gefahren.
In der Stadt gelang es mir bei vorausschauender Fahrweise durch die hervorragende Rekuperation des ECO Modus und dem sparsamen Motor den KONA durchaus auch mal mit 14 kWh Verbrauch zu bewegen.

Fazit:

Auch bei meiner weniger sparsamen Fahrweise hat mich das Auto auf der Strecke von mehr als 1000 km überzeugt. Die Illusion, damit wie mit einem Verbrenner zu fahren, muss man allerdings etwas ablegen. Ein Vollladestopp, den man mit dem KONA ca. alle 350-400 km auf der 20181007_142252 - kleinAutobahn einlegen muss, bedeutet mindestens 60 min Zeit, sich ein gutes Essen schmecken zu lassen, oder bei einem leckeren Kaffee auf dem Mondsee den Schiffen zuzusehen. Wer die Bereitschaft dafür nicht hat, sollte sich ein Elektroauto generell nochmal überlegen.

Meine persönliche Einstellung auf Langstreckenfahrten bringt mich auch mit einem Verbrenner nach spätestens 300 km dazu eine Pause zu machen, dabei kann ein Elektroauto an einem passenden Schnellader durchaus wieder Fit für die nächsten 300km werden. Die Besonderheit der Schnelladefähigkeit des KONA setzt allerdings voraus, dass man die Streckenplanung etwas weniger intuitiv gestalten sollte, als ich es gemacht habe. Mein Praxistest hat aber trotzdem funktioniert, somit kann ich eines definitiv sagen:
Der Hyundai KONA ist absolut langstreckentauglich, auch wenn man KEIN Elektroautoprofi mit Langstreckenerfahrung ist, wie ich!

Danke an INSTADRIVE für das Top ausgestattete Testfahrzeug und das Vertrauen mich mit diesem tollen Auto so lange alleine zu lassen 😉
Sollte mal ein neues Auto nötig sein, kommt der Hyundai Kona EV sicher unter die Top 3, denn das Verhältnis von Preis und Leistung stimmt für mich.

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Hyundai Kona – Testwochenende mit einem perfekten Elektroauto ?

Vergangenes Wochenende hatte ich die Gelegenheit, das brandneue Top Modell des Hyundai Kona Elektro für INSTADRIVE zu testen. Der Kona ist das erste vollelektrische SUV unter € 50.000,-  mit einer Reichweite von 482 km nach dem neuen WTLP Zyklus! Damit ist endlich Schluss mit der Reichweitenangst, denn bevor der Akku des Kona leer wird, sollte der Fahrer jedenfalls schon eine  Pause brauchen.
Das von mir getestete Top Modell hat 150 kW (204 PS) und den starken Akku mit 64 kW/h. Damit erreicht das Auto in 7,9 Sekunden Tempo 100 km/h und das mit 395 Nm Drehmoment.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck ist gut, der elektrische Kona ist leicht am geschlossenen Kühlergrill zu erkennen.
Dahinter verbirgt die dezent beleuchtete Ladebuchse für CCS und Typ2.
Die schmalen LED Scheinwerfer geben dem Auto ein interessantes Gesicht. Ob man die schwarze Kunststoffurandungen der Radläufe mag oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen, mir gefällt das ganz gut.
Keyless Entry funktioniert sehr zuverlässig, denn man kann das Auto nur entsperren, wenn man sehr nahe am Fahrzeug steht und zusätzlich den schwarzen Knopf an der Türschnalle betätigt. Genau so einfach kann man auch wieder zusperren ohne den Schlüssel angreifen zu müssen.

Der Innenraum erinnert mich etwas an den Hyundai IONIQ, den ich im April getestet habe. Die beiden Paddels für die Einstellung der Rekuperation und die Tasten für die Klimaanlage habe ich schon mal gesehen.  Es gibt in der Top Ausstattung elektrisch verstellbare Ledersitze für Fahrer und Beifahrer, die nicht nur beheizt, sondern auch gekühlt werden können. Kleine Lüftungslöcher im Sitz werden mit kalter Luft aus der Klimaanlage versorgt, das fühlt sich sehr angenehm an. Die Mittelkonsole ist etwas breiter geraten und es spürt sich insgesamt so an als würde einen das Cockpit umschließen, ich mag das!

Bedienung und Instrumente

Die Bedienelemente sind alle nahezu selbsterklärend und logisch angeordnet. Detaillierte Einstellungen zum Fahrzeug kann man am zentralen Bildschirm im Armaturenbrett rechts über ein Menü konfigurieren. Die Anzeige ist manchmal etwas zu schmal um den vollen Text sichtbar zu machen. Die meisten Einstellungen muss man allerdings eh nur einmal konfigurieren. Der Bildschirm in der Mittelkonsole zeigt Informationen zu Verbrauch, Radio, Musik und Navigation an. Hier kann man ebenfalls einige Einstellungen zu den Fahrmodi und dem Laden machen.

Was mir beim Hyundai besonders angenehm auffällt ist, dass sich alles sehr logisch und ohne Erklärungsbedarf einstellen lässt. Das automatische Licht, der Scheibenwischer, die Fahrmodi, Assistenten, Rekuperation, Alles funktioniert so wie man es sich vorstellt! Und wenn nicht, dann kann man es anpassen.

Die Hi-Fi Anlage von Krell Audio Systems macht einen hervorragenden20181007_174440 Sound mit sehr guten Bässen. Man kann ein verbundenes Telefon, Android Auto, oder einen in der Mittelkonsole angesteckten USB Stick verwenden. DAB Radio und ein Equalizer runden das System ab. Auch hier kommen keine Wünsche mehr auf. Die Lautstärke und Wichtigkeit aller Audioausgaben von Rückfahrkamera, Navigation, Telefon und Hi-Fi Anlage lassen sich aufeinander abstimmen. In der Mittelkonsole ist ein verschließbares Fach mit der aus dem IONIQ bekannten IQ-Ladestation. Für Lüftung und Klima gibt es Tasten unter dem zentralen Bildschirm

Fahren

Beim Losfahren führt oberhalb des Armaturenbretts ein HeadUpDisplay heraus. Darauf kann man sich auswählbare Informationen und die Geschwindigkeit in unterschiedlichen Farben anzeigen. Ist zwar nett, aber ich hätte es nicht vermisst wenn es nicht vorhanden wäre.
Auf den ersten Metern außerhalb der Stadt merke ich sofort dass ich in einem 200 PS Auto sitze. Die volle Kraft von 395 Nm bringt der Kona beim zügigen Losfahren im Sportmodus erst nach einigen Metern auf die Straße. Hier kann es passieren, dass trotz ESP die Reifen kurz durchdrehen. Ich wünsche mir diese Leistung auf VIER Räder verteilt, das wäre perfekt!
Wählt man den Modus ECO, dann geht es viel gemütlicher los. Je nach Laune kann man die Pferde entweder zügeln oder laufen lassen 😉 Der Motor erzeugt bis 30 km/h ein künstliches Summgeräusch welches ab ca. 50 km/h wieder verstummt. Verlangt man dem Motor etwas Leistung ab, dann hört man ihn auch deutlich pfeifen. Stört zwar nicht, aber das können andere Autos etwas leiser.

Die Fahrdynamik im Hyundai ist bemerkenswert. Durch den tiefen Schwerpunkt der 64 kWh Batterie merkt man das Gewicht von etwas über 1800 kg nicht wirklich stark. Selbst in schnellen Kurven fährt der Kona überraschend stabil, fast sportlich. Bemerkenswert für ein SUV. Die leichtgängige Lenkung ist hervorragend für die Stadt geeignet und auch der Wendekreis kann sich sehen lassen.
Die an der Lenksäule angebrachten Paddles für die Rekuperation sind hervorragend geeignet zum Bremsen ohne das Bremspedal zu berühren. Auf Stufe 3 funktioniert das mindestens genauso gut, wie das ePedal im Nissan Leaf 2018. Außerhalb der Stadt sollte man eher Stufe 2 oder gar Stufe 1 einstellen, sonst könnte es beim Loslassen des Gaspedals, zu unerwarteten Begegnungen mit dem hinteren Fahrzeug kommen. Bremsbeläge wird man beim Kona sicher nicht so schnell wechseln müssen.

In der Top-Ausstattung liefert Hyundai zahlreiche Assistenten mit. Der adaptive Tempomat ist mein absoluter Liebling. Den kann man durchaus alleine fahren lassen. Mit dem Spurassistenten habe ich weniger Freude. Er verhält sich etwas launisch, wenn ihm die Bodemarkierung oder der Straßenverlauf nicht gefällt. Ich bin mir nie ganz sicher, wer von uns Beiden gerade das Auto fährt, daher werde in Zukunft lieber ICH fahren 😉

Laden

Aufladen kann man den Kona an einer passenden Ladesäule mit bis zu 100 kW in ca. 54 Min von 0% auf 80% Mit 50 kW dauert es ca. 75 Min, also nicht viel länger!
Vollladen am Wechselstrom geht mit 400V bis zu 7,2 kW leider nur einphasig in etwas mehr als 9 Stunden, wenn das Fahrzeug komplett leer ist. Es ist also sinvoll in der Garage einen Starkstromanschluß zu besitzen, wenn man das leere Auto über Nacht volladen möchte!

Praxistest

Da ich in 2 Wochen einen Langesteckentest auf der deutschen Autobahn geplant habe, bin ich dieses Wochenende eher auf der Schnellstraße und in der Stadt unterwegs.
Ich wähle die meiste Zeit die Einstellung “SPORT” und eine entsprechend zügige Fahrweise immer an der erlaubten Höchstgeschwindigkeit. Meine erste Route von Wien nach Gars am Kamp ein Stück über die Autobahn und wieder retour. Da nach dieser Fahrt von ca. 180 km der Akku nach immer noch halb voll ist, erweitere ich meinen Ausflug ins nördliche Weinviertel. Nach etwas mehr als 300 gefahrenen Kilometern komme ich wieder daheim an und habe noch 25% Restreichweite. Der Bordcomputer meint, damit noch ca. 85 km weit fahren zu können. Und das obwohl ich mich wirklich bemüht habe, den Akku an diesem Tag leerzufahren 😉
Ich bin etwas überrascht, denn bei den meisten Autos, die ich bis jetzt testen durfte, ist es mir gelungen, die angegebene Reichweite zumindest zu halbieren. Das gelingt mir beim Kona nicht. Ist auch klar, denn der WTLP Zyklus ist wesentlich realistischer berechnet als NEFZ bisher. Und ich war auch viel Bundesstraße mit 100 km/h unterwegs, das ist die Idealgeschwindigkeit für ein Elektroauto.

Ich bin schon gespannt auf meinen Trip nach München in 2 Wochen, denn auf der deutschen Autobahn kann der Hyundai Kona dann zeigen ob er auch dort langstreckentauglich ist. Die passenden Ladekarten für Deutschland habe ich schon bestellt. Und mit meiner Frau hab ich bereits eine Wette laufen, dass ich auf unserer Fahrt bis München nicht länger wie 30 Min laden muss!
Es bleibt also spannend 😉

Fazit

Mit dem Kona bekommt man endlich ein erschwingliches Elektroauto das eine mehr als praxistaugliche Reichweite hat!
Er ist sehr spritzig und trotzdem sparsam im Verbrauch. Mir gefällt die sehr intuitive und gut durchdachte Bedienung. Ein besonderes Merkmal ist auch, dass man den Kona sowohl sportlich zügig, als auch sparsam bewegen kann. Je nachdem wie man gerade Lust hat. Mit dem starken Akku ist meiner Meinung nach, bei sparsamer Fahrweise eine realistische Reichweite von 450 km möglich. Selbst wenn man,  wie ich etwas mehr Strom gibt, kann der Hyundai Kona auf der Landstraße schon locker 350 km weit fahren. Wie es auf der Autobahn aussieht, werde ich bald herausfinden.
Für mich ist der Hyundai Kona EV der Startschuss zu einer neuen Fahrzeuggattung die im Bezug der Reichweite zu 90% aller Fahrprofile passt. Und das zu einem guten Preis / Leistungsverhältnis!
Ab jetzt müssen sich die Benzinbrüder warm anziehen, denn es gibt ab heute keine Ausrede mehr für VOLL elektrisch!

Der Kona kann übrigens bei INSTADRIVE ab ca. € 309,- / Monat gemietet werden. Die nächste Bestellung ist bereits vermietet, aber es kommt sicher bald Nachschub …..
Der Kaufpreis ist derzeit bei € 45.800.- ohne Ledersitze. In der Topausstattung sind es knapp unter € 48.000,-

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Hyundai Kona – Produktpräsentation bei Denzel

Der Hyundai Kona ist ein Elektroauto auf das ich schon sehr lange warte. Heute wurde es Realität!
Bei Denzel Österreich ist ein ausgewählter Personenkreis eingeladen, das erste in Österreich erhältliche Fahrzeug live präsentiert zu bekommen. Ich wurde von INSTADRIVE eingeladen dabei zu sein.

Der Hyundai Kona ist deshalb so interessant, weil er eine WTLP Reichweite von 482 km aufweisen kann und dabei in der TOP Ausstattung nicht mehr wie € 49.000,- kostet. Mit dieser Reichweite musste man bisher viel weiter oben ins Regal greifen.

Bei der Präsentation wurde die Spannung sehr langsam aufgebaut. Zuerst gab es ein Werbevideo und kleine Snacks, danach wurde das abgedeckte Auto enthüllt und konnte intensiv begutachtet werden.
Für Österreich gibt es das Fahrzeug derzeit ausschließlich in der Vollausstattung mit dem 64kW/h Akku und der starken Motorisierung mit 204 PS. Einzige Aufpreis Option sind belüftete Ledersitze.
Anbei einige Ausstattungsmerkmale die ich als Besonderheit wahrgenommen hab:

  • KRELL Audiosystem mit DAB Radio und 8 Lautsprechern
  • Klimaautomatik und Wärmepumpe
  • 8 Zoll Farbdisplay in der Mittelkonsole mit Navi
  • elektrisch verstellbare Sitze vorne und elektrische Fenster vorne & hinten
  • Rückfahrkamera, Querverkehrswarner,
  • Spurhalte & Folgeassistent mit Verkehrszeichenerkennung

Und vieles mehr….

Ich bekomme mein Testfahrzeug in 1-2 Wochen, dann werde ich gleich einen Langstereckentest von ca. 800 km machen um herauszufinden wie gut sich der Kona in der Praxis tut.

Hier ein paar Bilder vom ersten Eindruck:

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Test – Hyundai Ioniq übers Osterwochenende

Über die Osterfeiertage habe ich nun endlich den Hyundai Ioniq zum 20180330_131550 - HyundaiTest bekommen.
Der Hyundai hat zwar nur einen 28 kW/h Akku, ist aber bei entsprechender Fahrweise sehr Sparsam unterwegs und schafft daher trotzdem eine NEFZ Reichweite von 280km. In der Praxis bedeutet das realistische 200km,  bei normaler Fahrweise. Der Wagen kann mit Wechselstrom über Typ2 einphasig mit 6,6 kW geladen werden. Bei der Gleichstromladung mit CCS kann das Auto allerdings bis zu 75 kW aufnehmen. Das ist der höchste Wert aller bisherigen Testfahrzeuge und derzeit nur an wenigen Ladestationen möglich. Damit ist der Ioniq zukunftssicher aufgestellt und kann auch auf Ionity hervorragend laden, sobald das Netzwerk verfügbar ist.
Der Motor leistet 120 PS und kann damit in 9,6 Sekunden von 0-100 km/h beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 165 km/h.

Ausstattung (Crono Paket):
QI-Lader in Mittelkonsole, Klima, gutes Navi!, Lenkradheizung, Wärmepumpe, Lane Assist, variable Cruise Control, Kamera hinten, elektrisch  Sitze, Hill Holder, Fahrerspeicherung, Touchbildschirm in der Mittelkonsole und gut angeordnete Displays im Tacho Bereich.

Praxistest:
Schon die erste Begegnung beim Einsteigen hat ein positives Erlebnis gebracht. Ich lege mein Smartphone in die Schale der Mittelablage und “palim” ertönt. Das Signal, dass mein Handy trotz dicker Hülle von dem eingebauten QI-Lader aufgeladen wird. Nicht nur das, mein Handy wird auch noch relativ schnell geladen, so mag ich das!
Meine Testfahrt führt mich von Wien in das ca. 100km entfernte Raiding in der Nähe von Oberpullendorf im Burgenland.
20180401_162532 - Tacho dunkelBei der Hinfahrt bin ich im Programm “Sport” zügig unterwegs. Auf der Autobahn die maximal mögliche Geschwindigkeit und auch sonst gut durchbeschleunigt. Nach ca. 100 km sind noch 35km Restreichweite im Akku. Dafür habe aber nicht bewusst irgendwo Strom gespart 😉
Der Ioniq macht im Sport Programm zwar durchaus Freude, aber das Auto mag lieber Cruisen!
Obwohl sich die Federung des Ioniq eher etwas härter anfühlt ist er sehr bequem.
Ein Schnellader in Oberpullendorf sorgte während des Mittagessens für einen vollgeladenen Akku. Es ist übrigens der einzige Schnellader in 35km Reichweite, also sollte man hier besser etwas vorausschauender planen!

20180401_154036 - MittelkonsoleBei der Rückfahrt im Modus “Normal” lasse ich die meiste Zeit den Tempomaten in Kombination mit der Cruise Control fahren. Damit beschleunigt das Auto sehr sparsam und versucht möglichst nicht mehr wie 20 kW Leistung abzurufen. Das Beschleunigen dauert zwar somit für mich eine gefühlte Ewigkeit, aber meine Beifahrerin findet es “normal”. Auch auf der Rückfahrt habe ich den Tempomaten auf der Autobahn mit ca. 135 km/h eingestellt. Durch die Cruise Control und wenig Verkehr habe ich trotz 22km Umweg bei der Rückfahrt noch fast 50 km Restreichweite im Akku als ich wieder in Wien ankomme! DAS ist ein guter Wert.

Der Fahrspaß im Ioniq ist immer gegeben, denn das Auto hat viele Annehmlichkeiten eingebaut. Der Spurhalteassistent funktioniert selbst bei Seitenwind noch gut, kann aber nur ca. 30 Sek. ohne Hände am Lenkrad alleine Fahren. Verlassen würde ich mich also darauf nicht. Auf den Notfallbremsassistenten kann man sich allerdings sehr gut verlassen! Dieser hat bei der Rückfahrt möglicherweise einen Unfall verhindert, als das vorausfahrende Fahrzeug bei einer Autobahnausfahrt auf der Überholspur plötzlich unmotiviert eine Vollbremsung hinlegte.
So etwas habe ich noch nie erlebt und hätte ich wahrscheinlich in meinem eigenen Auto auch nicht unbeschadet überstanden.  DANKE Hyundai 😉

20180401_162801Die Armaturen im Auto sind sehr logisch angeordnet und es gibt nichts was ich vermisst habe!
Sogar eine Taste für das automatische Freigeben des Ladesteckers,  nach Beendigung des Ladevorganges, ist vorhanden
Alle Bedienelemente sind im Dunkeln sehr elegant blau beleuchtet.
In der kurzen Zeit meines Tests ist es mir nicht gelungen alle Feinheiten der Bedienung auszuprobieren. Echt schade, denn der Hyundai Ioniq macht viel Lust auf einen längeren Testzeitraum.

Fazit:
Eine schöne Limousine mit perfekter Bedienung und hervorragender Ausstattung. Viele kleine Details machen Freude dieses Auto zu fahren, es funktioniert sehr innovativ nahezu perfekt.
Sparsamer Motor und sehr gute Schnellladung an CCS Ladesäulen.
Mit 75 kW ist das Auto in 23 min von 0-80% aufgeladen, das ist wirklich praxistauglich.
Fast schade dass ich so ein großes Auto selten benötige, trotzdem ist ein starker Impuls entstanden den Hyundai Ioniq noch länger zu fahren und genauer zu erleben!
Und daher freue ich mich schon auf den Hyundai Kona, der in wenigen Monaten mit einer 64kW/h Batterie auf den Markt kommen wird. Sofern dieses Auto eine Anhängekupplung für meinen Radträger erlaubt, muss ich bei INSTADRIVE mal etwas genauer nach dem EASING Preis fragen 😉

Weitere Infos
Hyundai Ioniq bei INSTADRIVE
Hyundai Webseite

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