Cupra Raval VZ extreme – Der Beste auf MIB+ ?

Mit der neuen MIB+ Plattform des Volkswagen Konzern hat sich vieles geändert. Wesentlich modernere Software, neue Funktionen und stabilere Bedienung. Der Cupra Raval ist eines der Ersten Fahrz20261027_093133 - Seite vorneeuge die mit dieser Plattform auf den Markt kommen.
Ich bekomme mein Testfahrzeug leider nur für 4 Tage, daher geht sich nur ein oberflächlicher Praxistest aus. Ich habe trotzdem versucht so viel wie möglich herauszufinden.
Cupra hat sich mit der neune Plattform vom Hinterradantrieb verabschiedet und daher wirken die 226 PS meines Testwagens Cupra Raval VZ extreme auf die Vorderräder.

technische Daten

20261027_093354 - InnenMit 4040 mm Länge und 1784 mm Breite (ohne Spiegel) ist der Raval im Kleinwagensegment zu Hause. Die Motorisierung reicht von 116 PS bis 226 PS wie hier im Extreme. Die Beschleunigung von 0-100 schafft der VZ in 6,8 Sekunden. Höchstgeschwindigkeit ist bei 175 km/h abgeregelt. Bei den schwächeren Modellen bei 160 km/h.
Es gibt die Möglichkeit eine Anhängekupplung dazu zu bestellen die 75 kg Stützlast und maximal 1200 kg Zuglast hat, das ist vorbildlich! In einem voll ausgestatteten Fahrzeug bekommt man ein 15 mm tiefergelegtes Fahrwerk, 10 mm breitere Spur, Progressivlenkung, ESC Sport, Schaltwippen-Rekuperation mit One-Pedal-Driving.
Ein beheiztes Sportlenkrad und 7 Airbags sind ebenfalls dabei.
Im Konfigurator auf der Webseite von Cupra gibt es mehrere Möglichkeiten sich das beste Paket zusammenzustellen!

Assistenzsysteme

Ein besonderes Augenmerk legt Cupra auf die Assistenzsysteme. Diese sind für einen Kleinwagen überdurchschnittlich, wenn man das optionale “Intelligent Drive” Paket auswählt.

    • Front Assist (Notbremsassistent mit Fußgänger-/Radfahrererkennung) 20261029_111214 - LadeAnsicht
    • Spurhalteassistent + Side Assist (Totwinkel, Ausparkassistent, Ausstiegswarnung)
    • automatisches Spurwechseln
    • Verkehrszeichenerkennung + Geschwindigkeitsbegrenzer
    • Kreuzungsassistent, Abbiegeassistent, Ausweichunterstützung
    • PreCrash Assist (proaktiver Insassenschutz)
    • Müdigkeits-/Aufmerksamkeitserkennung mit Fahrerbeobachtung
    • eCall, ISOFIX i-Size
Erster Eindruck

Mein Testwagen Cupra Raval kommt in der Sonderedition VZ Extreme daher. Er sieht sehr sportlich aus und vermittelt einen überlegenen Eindruck. Im Inneren findet man die CUP-Bucket Sportsitze und grüne Applikationen anstatt Kupfer wie in den anderen Modellen. Die Sitze geben einen sehr guten Seitenhalt, sind aber für korpulentere Personen eher weniger gut geeignet, da sie eine hohe seitliche Stützkante haben.
Mit persönlich gefällt das kupferfarbene Interieur des Endurance zwar besser, aber das ist Geschmacksache. Unabhängig von der Ausstattung ist der Raval ein sehr stimmiges Gesamtkonzept.

Der Innenraum besticht durch 2 sehr gute Bildschirme. Sie sind klar strukturiert und leicht abzulesen. Das Plastik im Innenraum macht einen hochwertigen Eindruck und die Stellen wo man es erwartet sind leicht unterschäumt. Es gibt ein induktives Ladepad, und ausreichend Ablagemöglichkeiten. Eine Besonderheit sind die kleinen Projektoren im Armaturenbrett, die Lichtanimationen auf die Türen projizieren, sehr innovative Idee sich den Innenraum optisch massiv aufzuwerten, wenn man das mag.

Endlich hat sich Cupra entschieden die alte Konzernsoftware aufzugeben und Google Automotive zu verwenden. Alleine die Verbesserungen an der Software wären für mich ein Grund meinen Born gegen den Raval zu tauschen!

Praxistest

Mein heutiger Testtag führt mich nach Burg Kreuzen, ca. 160 km von Wien entfernt. Ich starte mit SOC von 80% und Über die S1 und A21 geht’s los. Schon kurz nach dem Losfahren bin ich schwer beeindruckt, denn der Travel Assist 3.0 und die anderen Assistenzsysteme funktionieren hervorragend. Es regnet teilweise in Strömen, trotzdem führt mit der Raval zuverlässig im Assistent Modus die S21 entlang. Selbst die engeren Kurven auf dieser Strecke, wo andere Fahrzeuge aussetzten, läuft der Raval im Travel Assist Modus spurtreu dahin. Die Bedienung des Scheibenwischers sollte man sich vor der ersten Regenfahrt genauer ansehen, sie auf dem Blinkerhebel integriert und nicht intuitiv bedienbar, wenn man zuvor einen Born gefahren ist, wie ich.

20260913_170444 - KofferraumDie Sprachsteuerung funktioniert ausgezeichnet. Sie zeigt nun auch am Display an, was sie verstanden hat, ENDLICH Cupra, das war wirklich Zeit!!

Das Fahrwerk lässt keinen Zweifel auf die sportliche Auslegung des Raval. Wer es gerne weich und komfortabel hat, sitzt hier im falschen Auto. In meinem Testwagen ist das Adaptive Fahrwerk DCC verbaut. Die Einstellung von Stufe 1 zu Stufe 15 bringt zwar einen Unterschied, aber richtig bequem wird’s nicht. Die Querrillen der Autobahn werden trotzdem zählbar wahrgenommen.
Dass man das DCC im “individual” Modus 15 Abstufungen einstellen kann, halte ich für überflüssig, hier wären 3 Stufen auch genug.

Der Geräuschpegel im Raval ist ab ca. 120 km/h hörbar aber nicht unangenehm. Außer man fährt in einem Sportmodus, denn dann wird ein Fahrgeräusch über die Laufsprecher abgespielt. Ich finde es zwar manchmal ganz nett, muss aber leider herausfinden, dass man es in den sportlicheren Fahreinstellungen NICHT abschalten kann. Das ist ein Kritikpunkt, denn als Elektromobilist genießt man genau die Ruhe des Elektroantriebs. Hier muss noch nachgebessert werden. Der Sound muss generell abschaltbar werden, sonst nervt es schnell!20261027_093123 - Seite

Die aufpreispflichtige Sennheiser Anlage kling im Vergleich zur Standard Hifi Ausstattung viel kraftvoller und feiner. Will man sie allerdings in voller Lautstarke ausspielen, sind die Lautsprecher in den vorderen Türen schnell mal ein überfordert. Klingt nach schlechter Dämmung zu schwache Boxen in den Türen. Hier muss man im Equalizer die Bässe merklich zurück regeln, was für meinen Geschmack zu einer schwachen Basssignatur führt. Das ist für einen so hohen Aufpreis für die Sennheiser Anlage eher schwach.

Mein Weg führt mich etwas später auf eine kleine Bergstrecke. Der Regen ist vorbei und die Fahrbahn wieder trocken.
Hier ist der Raval VZ zu Hause! Bewegt man sich innerhalb der Haftgrenze der Reifen fährt der Kleine wie auf Schienen in jede noch so enge Kurve. So viel Spaß hatte ich noch in keinem Kleinwagen! Mir fällt immer wieder der Ausdruck “Kurvenräuber” ein, denn das kann der kleine Raval wirklich hervorragend. Das grinsen in meinem Gesicht hört lange nicht auf und ich überlege mir ernsthaft umzudrehen um die Strecke nochmal fahren zu können. Hier spielt das DCC und das Sperrdifferenzial des VZ seine volle Stärke aus.

Auf der Rückfahrt bekam ich eine SMS auf dem verbundenen Telefon und mir wurde von Auto angeboten das SMS vorzulesen. Diese Funktion finde ich sehr nützlich.

Da ich den Raval nur 3 Tage testen durfte habe ich das Keyless System nur mit dem Schlüssel getestet. Als registrierter Benutzer ist es auch möglich das Fahrzeug über das Handy zu öffnen. Die Keyless Funktion hat beim aufsperren immer sehr zuverlässig und sehr nah am Fahrzeug funktioniert. Beim Absperren war es manchmal nötig den Schlüssel zu drücken.

Auf dem Rückweg meines Tagesausflugs ist es bereits dunkel. Die Matrix LED Beleuchtung funktioniert sehr gut und ich würde diese sicher dazu bestellen.
Morgen werden wir dann noch einige Runden in der Stadt drehen.

Stadt

20261029_103747 - zu schmalMit knapp über 4 Meter ist der Raval bestens für die Stadt geeignet. Öffnet man den Kofferraum ist man zuerst etwas überrascht wo denn die 480 Liter Kofferraum denn geblieben sind. Öffnet man die Abdeckungen des Zwischenbodens wird schnell klar, hier geht es in die Tiefe. Frontantrieb sei Dank. Der Park Assist funktioniert grundsätzlich gut, war aber in meinem Test einmal etwas zu ambitioniert und wollte sich in einen Motorrad Parkplatz stellen. Ist aber eh selber draufgekommen, dass die Vollendung nicht realistisch war Winking smile

Der Verbrauch im Stadtverkehr war in meinem Test mit ca. 15 kWh angesiedelt, was den WLTP Angaben auf dem Datenblatt entspricht. Allerdings war ich immer flott und zügig unterwegs. Hier kann man sicher noch optimierungspotential finden, wenn man sich bemüht. Die Rekuperation lässt sich sehr individuell einstellen und man kann den Raval auch mit “One Pedal Drive” fahren.

Laden

Beim Laden hat mich der Raval besonders beeindruckt. Egal mit welchem SOC ich das Fahrzeug angesteckt habe, ich kam sehr rasch auf mehr als 100 Kw Ladeleistung. Hier hat er einen klaren Vorteil gegenüber so manchem Mitbewerber.20261029_113648 - Laden
Wieder ein klarer Kaufimpuls, denn die Ladegeschwindigkeit ist gerade mit einer eher kleinen Batterie sehr relevant.

Von 18% auf 80% kam ich in meinem Test auf ca. 20 Minuten, das ist wirklich hervorragend. Die Ladeleistung war meist über 100kW und blieb bis zu einem SOC von 80% auf knapp über 85 kW. 

Im Fahrzeug kann eine Ladeinformation abgerufen werden, die anzeigt mit welcher Ladeleistung derzeit geladen werden kann.
Sehr gut gemacht!

Assistenzsysteme & Ausstattung

Besonders gut haben mir die Assistent Systeme gefallen. Sie sind mit dem “intelligent Drive” Paket mit dabei und arbeiten überdurchschnittlich gut. Ich bin mit dem Raval fast die gesamte S21 mit dem TravelAssist durchgefahren. Das gelang bis jetzt nur mit wenigen Autos, die meist auch teurer waren. Hier kann man sich meiner Meinung nach zu 100% verlassen.
Mit dem Travel Assist 3.0 kann man durchaus auch schon mal in der Stadt das Lenkrad loslassen, denn die es gibt auch eine Ampel Erkennung und andere Assistenten die in der Stadt hilfreich sind. In meiner Praxis funktionierte das mit den Ampeln meist gut, aber nicht immer.

20261027_093110 - Seite hintenDie Erkennung der Verkehrszeichen (ISA-Verordnung) ist ebenfalls viel besser geworden, allerdings nicht perfekt.
Man kann das gepiepse allerdings mit einem Wisch von der oberen Bildschirmkante abschalten, wenn es nervt. Danke dafür!

Ich finde es sehr gut, dass man dieses Auto mit viel Sonderzubehör ausstatten kann, das man normalerweise nur in der Oberklasse findet. Beispielsweise ein Panorama Glasdach, DSS Fahrwerk, elektrische Sitzverstellung, Klimatronic oder Matrix LED Scheinwerfer. Natürlich wird der Raval dann auch teurer, als man es in dieser Klasse erwartete, aber man darf sich selbst entscheiden.

Ich würde meinen Raval jedenfalls mit MatrixLED und allen Assistenz Systemen bestellen. Das DCC hat mich nicht überzeugt, aber die Differenzialsperre für schnelle Kurven ist genial. Leider gibt es diese beiden nur im Raval VZ. In der Endurance Variante muss man sich mit dem Sportfahrwerk ohne vorderes Sperrdifferenzial zufrieden geben.

Fazit

Ich mag den Raval. Das Fahrwerk ist extrem sportlich und sehr präzise. Das macht sehr viel Spaß.
Wer es gerne gemütlicher hat, sollte sich ein anderes Modell aussuchen.
Der Travelassist 3.0 setzt Maßstäbe, die ich in  dieser Fahrzeugklasse noch nicht erlebt habe. Er funktioniert auch bei Regen und Dunkelheit sehr zuverlässig. Auch die Matrix LED Erweiterung wäre für mich unverzichtbar.

Im Innenraum findet man nach meinem Geschmack etwas zu viel Hartplastik, aber es ist sehr ansehnlich verpackt!

Ich finde es toll, dass man den Cupra Raval auf Wunsch auch “volle Hütte” ausstatten kann, denn das ist in diesem Fahrzeugsegment nicht bei jedem Hersteller möglich. Natürlich hat das dann auch seinen Preis!
Ich habe mich während der leider etwas kurzen Testphase entschieden, mir doch auch noch den neuen Cupra Born Facelift anzusehen, den fürs gemütliche Reisen ist mir persönlich der Raval etwas zu hart abgestimmt. Für die Stadt oder eine enge Bergstraße mit dem Messer zwischen den Zähnen ist der Kleine Flitzer hervorragend ausgestattet Winking smile

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