Seemobil – Freitag – Rückfahrt und Abgabe des Schiffes


2011_09_09_FabrikHeute geht es locker zu, denn wir haben nur 4 Stunden Fahrt vor uns, bis wir in der Ziegelei Mildenberg unser Schiff zurückgeben müssen. Wir machen einen kurzen Spaziergang durch Templin, bevor wir uns wieder auf unser Schiff begeben. Die Templiner Schleuse ist heute Früh zum zweiten Mal eine Herausforderung, denn wir versuchen mit einem weiteren Charterboot gemeinsam zu schleusen. Da aber der Bug mit der Ankerspitze gefährlich nah über unser Schiff drüber geht und sogar zwei mal an unserem Geländer der Dachtreppe anstößt, ersuche ich den Kapitän der Bootes wieder aus der Schleuse rauszufahren. Es kommt zu einer kurzen Diskussion aber ich bestehe darauf, da ICH sonst die Schleuse verlassen werde. 2011_09_09_Hütte
Der restliche Tag verläuft ruhig und wir haben wieder etwas Zeit die wunderschöne Landschaft zu genießen. An manchen Stellen spürt man hier noch die Schwere des ehemaligen “Osten”. Zum Beispiel dort wo alte verlassene Fabrikgebäude oder andere Dinge durch den Zahn der Zeit einfach verfallen, ohne dass jemand Notiz davon nimmt.

Wir kommen um ca. 13:30 im neuen Hafen von Mildenberg an. Da noch etwas Zeit ist, fahren wir noch weiter bis zum Yachthafen nach Zehdenick und drehen dort noch eine kleine Runde. Die Fischer an denen wir vorbeifahren haben es übrigens gar nicht gerne wenn man, zu knapp an ihnen vorbeifährt. Neugierig wie ich nun mal bin muss ich mich derb anpöbeln lassen um diesen Lerneffekt auch noch mitnehmen zu dürfen. Sorry “Alter” aber ich kann nicht in einer Woche ALLES lernen was die alten Seebären so wissen….

2011_09_09_FischerHier, hinter der Schleuse ginge es nochmal so weit in unbekanntes Gewässer wie wir schon gefahren sind. Aber für diesen Urlaub ist es wirklich genug und wir legen im neuen Ziegeleihafen von Mildenberg zum letzten mal an und und beginnen unsere Sachen zu packen. Mit einigem Geschick und ca. 2,5 kg Übergewicht, bekommen wir sogar die Nespressomaschine in unsere Koffer. Herr Baumgärtner ist auch schon da und wir beginnen mit der Abrechnung der Betriebskosten. Wir haben mit unserem Seemobil 33 Betriebsstunden zurückgelegt und das kostet nochmal ca. EUR 300,-. Da das Seemobil ca. 5 Liter Diesel pro Betriebsstunde verbraucht sind das schon mal 165 Liter Diesel. Das macht schon mal 220 EUR alleine für den Sprit. Mit Gas, Entsorgung des Abwassers und anderen Kleinigkeiten bekomme ich von meinen EUR 1000,- Kaution gerade mal EUR 700,- und ein paar zerquetschte zurück. Wir hatten eigentlich mit einem Hunderter weniger gerechnet, aber die Abrechnung stimmt!

Herr Baumgärtner ist noch so nett und bringt uns zum Bahnhof Zehdenick. Dort haben wir ca. 20 Minuten Zeit die wir fast zur Gänze damit verschwenden bei dem komischen Fahrkartenautomaten zwei Tickets zum Flughafen zu kaufen. Fast wie bei uns zu Hause Zwinkerndes Smiley.

Als wir im Zug sitzen kommen uns erste Zweifel auf dass Berlin Tegel auch der Bahnhof ist wo sich der Flughafen befindet. Da wir uns derzeit noch auf einer privaten Zugstrecke befinden, kann uns auch die Zugbegleiterin nicht gleich helfen. Wir beschließen den sicheren Weg zu gehen und erst mal zum Berliner Hauptbahnhof zu fahren. Von dieser Drehscheibe aus, ist es angeblich auch möglich direkt mit dem Bus zum Flughafen Tegel zu kommen. Als wir am Hauptbahnhof in Berlin aussteigen sind wir erst mal überwältigt. Der Bahnhof erstreckt sich über ca. 5-6 Ebenen. Auf jeder gibt es unzählige Bahngleise und viele Menschen. Es dauert fast eine halbe Stunde, bis wir den Bus TXL zum Flughafen finden können. Gut dass unser Flug erst um 21.30 abhebt, denn inzwischen ist es schon 18:30. Der Bus braucht dann auch noch eine geraume Zeit sich durch den Berliner Stadtverkehr zu quälen. Als wir am Flughafen ankommen können wir sofort einchecken.

Wir sind wirklich geschafft und sehr müde von dieser Reise. Denn Erholung war das garantiert nicht. Trotzdem sind wir froh dass wir sie gemacht haben, denn wir haben viele schöne Dinge gesehen und ich durfte 1 Woche lang eines der größten Schiffe fahren, die im Brandenburger Gewässer ohne Patent zu chartern sind.

Ein Kommentar
  1. Gerd sagt:

    Liebe Andrea, lieber Paul!
    Ihr seid heil, wenn auch erschöpft wieder in heimatlichen Gefilden angekommen. Ich hoffe ihr hattet trotz widriger Umstände doch einen schönen und sicher ereignisreichen Urlaub. Als ich Seinerzeit so ein Seemobil Live im Hafen von Rheinsberg gesehen habe, dachte ich, mit so etwas machst du hier nochmals Urlaub. Nach Deinem wunderbaren Bericht habe ich jetzt aber Zweifel, ob ich mir das, zu zweit wie ihr, wirklich antun möchte.
    Danke für Deinen Livebericht von der Brandenburger Seenplatte!