Go-e – Ladebox mit 22kW für Typ2 im Test

Bei meiner Suche nach einer geeigneten Wallbox für meine Garage habe ich mir einige Geräte genauer angesehen. Ziel ist es eine Box zu finden, die gut funktioniert und wo auch Preis/Leistung passt.

2018-05-15 Goe BoxDie Go-e Box ist eine Innovation aus Österreich. Sie ist 15 x 25 cm groß und ca. 2 kg schwer.
Sie wird mit einem CEE32A Stecker geliefert und kann mit maximal 22kW Leistung laden. Für den Anschluß an eine CEE16A Dose muss man den entsprechenden Adapter, oder besser gleich das 3 teilige Adapterkabelset mitbestellen.
Damit kann ich die Box dann an folgenden Anschlüssen verwenden2018-05-15 Goe-Kabelset.

  • CEE rot 32A, 30cm
  • CEE rot 16A
  • CEE blau 16A
  • Schuko (Haushaltssteckdose) 16A

Die Adapter verfügen über eine Erkennung und limitieren den Strom entsprechend des angeschlossenen Kabels. Die Go-e Box misst alle Leitungen an der angeschlossenen Dose und gibt eine Fehlermeldung aus, falls etwas nicht passt.

Das Fahrzeug wird an der Box mit dem Ladekabel des Fahrzeugs verwendet. Dadurch spart man sich ein zusätzliches Kabel und kann die Box auch mit Fahrzeugen verwenden, die am anderen Ende keinen Typ2 Stecker haben. Man muss also nur die Box und eventuell die Adapter zusätzlich ins Auto geben!
Wird das Typ2 Kabel (Mode 3) während des Ladevorgangs vom Fahrzeug verriegelt, ist damit auch die Go-e Box gegen Diebstahl gesichert. Auf der Seite der Box kann man die Verriegelung über die Software individuell steuern!
Mit einem kleinen mitgelieferten Metallbügel, kann die Go-e auch über das Anschlusskabel an der Wand verschraubt und mit einem Vorhangschloss gesichert werden, wenn mal kein Fahrzeug dran hängt. Das Gehäuse ist nach IP 54 gegen Wasser und Staub geschützt. Die Box sollte trotzdem niemals liegend im Freien benutzt werden, da über den angeschlossenen Typ2 Stecker z.B. bei einem starken Gewitter Wasser in die Box gelangen kann.
Der sinnvollste Betrieb der Box ist also eher an der Wand montiert mit der mitgelieferten Halterung. Von Dieser kann man sie auch schnell wieder abnehmen, wenn man die Box unterwegs benötigt.

Funktionen der Hardware

Screenshot_20180624-163435_go-eCharger

  • Ampere- und Status Anzeige über LED Ring
  • Ladeleistung per Druckknopf und App einstellbar (6A bis 32A)
  • Zwischenstufen per App konfigurierbar
  • RFID Zugangskontrolle
  • Fehlstrom Schutzschalter (FI) mit Gleichstromerkennung, 30mA AC, 6mA DC
  • Phasen- und Spannungsprüfung Eingangsspannung
  • Phasenprüfung nach dem Schütz
  • Erde Erkennung (abschaltbar)
  • Stromsensor 3-phasig
  • Vom Kunden wechselbare Feinsicherung für interne Elektronik (löst bei falsch angeschlossener Zuleitung aus)
  • Adaptererkennung mit automatischer Reduzierung auf 16A  (z.B. bei Schukostecker)
  • Verwaltung der Ladestufen über Hardware Button
Laden

Screenshot_20180624-163417_go-eChargerIn der Praxis steckt man die Goe einfach, gegebenen Falls mit dem passenden Adapter, an die Steckdose und stellt danach entweder über den Button auf der Box, oder in der App, die gewünschte Ladeleistung ein. Die Ladeleistung kann in fünf Schritten ausgewählt werden. Die Leistung dieser Schritte kann individuell über die APP vorkonfiguriert und auf Wunsch auch limitiert werden. Ist die entsprechende Leistung eingestellt, kann der Ladestrom noch einige Sekunden verändert werden, danach ist die Bedienung für den restlichen Ladevorgang gegen Manipulation gesperrt.

Screenshot_20180624-163453_go-eChargerAuf Wunsch kann man die Box auch mit einem RFID Chip sichern. Sie lässt sich danach nur mehr aktivieren, wenn der passende RFID Chip auf der Box gelesen wird. Der Ladevorgang wird gestartet, sobald das Typ2 Kabel (Mode 3)  an die Go-e angeschlossen wird.
Der Ladevorgang wird durch die 32 RGB Leds an der Box angezeigt. Für jede Phase wird eine eigenen Led Schlange sichtbar, die je nach Ladeleistung länger oder kürzer ist. Eine Led steht dabei für 1 A. Das ist zwar sehr innovativ, aber nicht leicht mit einem Blick abzulesen. Die Leistung kann auch über die App abgelesen werden. Man kann über die Software die LED Farben für jeden Betriebszustand einstellen, gut personalisierbar, gefällt mir.

Wird der Ladevorgang über einen RFID Chip aktiviert, addiert die Box die Leistung zu diesen Chip. Es gibt damit die Möglichkeit getrennte Abrechnung für bis zu 10 verschiedene RFID Chips zu machen.

Funktionen die über HandyApp gesteuert werden können
  • Zugriff auf die Box kann lokal (WLAN Hotspot) oder weltweit (über Heim-WLAN) erfolgen.
  • Einstellung / Überwachung der Ladung
  • Start / Stop Funktion
  • Ladetimer
  • Max Wh Ladung
  • Zugangsverwaltung (RFID / App)
  • Verwalten von unterschiedlichen RFID Karten (bis zu 10 Stück)
  • Kabel Lock Unlock Funktionen
  • Stromzähler (Gesamt kWh und pro RFID Karte)
  • Strombörsenanbindung mit intelligentem Lademanagement
  • Screenshot_20180619-185635_go-eChargerUpdate fähig für spätere Funktionen (Smart-Home, ?)
  • Anpassung der LED AnzeigeDie Anbindung der App an die Box erfolgt mittels WLAN, das funktioniert ganz einfach.
    Entweder mit dem Smartphone den von der Box erstellten Hotspot auswählen und dann die App starten. Oder die Box ins private WLAN hängen und dann acuh von draußen über das Netzwerk zugreifen, Dazu muss man die Box mittels eines Token über das Handy in ein bestehendes WLAN hängen. Ist die Box im Wlan verbunden kann man auch vom freien Internet darauf zugreifen. Natürlich nur wenn das Handy mit dem entsprechenden “Token” berechtigt wurde. Wie der Verbindungsweg zur Box aktiviert wurde, sieht man in der “Cloud” Ansicht auf der App.
Sonderfunktionen

Zum Unterschied vieler anderer Ladesysteme hat die Go-e Box viele interessante Funktionen gleich im Lieferumfang dabei. Die schon beschriebene Aktivierung und Abrechnung über RFID Chips ist eine davon.
Des weiteren kann die Box an aWATTar angebunden werden. Damit kann die Box Ladevorgänge starten sobald der Strompreis günstiger ist, wie Beispielsweise in der Nacht.
Man kann in der Box auch die Abgabe eine bestimmten Ladeleistung einstellen. Dann wird beispielsweise nur bis zu 15kW geladen, unabhängig wie voll der Akku ist, sofern dieser die Leistung auch aufnehmen kann.
Weitere Funktionen sind bereits in Vorbereitung!

Preis

Der Preis für die Go-e Box ist mit € 699,- sehr günstig für die angebotenen Funktionen. Will man sie unterwegs verwenden und möglichst flexibel sein, sollte man noch € 69,. für das Adapterset dazurechnen.
Hat man kein Ty2 (Mode3) Kabel im Auto, dann sollte man nochmal ca. € 200,- dafür einplanen.

Fazit

Ich habe bis jetzt kein anderes Ladesystem gefunden, das so viele Funktionen zu einem so günstigen Preis anbietet.
Für mich ist die Go-e einerseits die derzeit interessanteste Lösung für die fixe Montage in der Garage, als auch eine gute Möglichkeit um unterwegs flexibel zu sein, wenn man das Mode3 Kabel sowieso immer im Auto hat. Für den rauen Einsatz in nasser und feuchter Umgebung ist sie eher nicht geeignet, dafür ist das Kunststoffgehäuse auch nicht gemacht.
Die Go-e Box kann in Zukunft mit weiteren Funktionen per Softwareupdates versorgt werden. Hier sind auch schon einige interessante Dinge in Vorbereitung ….

Links:
go-e Homepage
go-e Online Shop

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