Seemobil – Sonntag – alles Schleuse oder was

2011_09_04_FrühstückDer Tag heute beginnt mit einem tollen Frühstück von Offizierin Andrea. Es gibt leckere in unserem Backofen aufgebackene Semmeln,(=Brötchen) und vieles mehr von unseren im Kühlschrank gebunkerten Schätzen. Wir fahren vom Kuhwallsee zurück in die Havel Wasserstrasse. Diesmal geht es allerdings die Havel Wasserstrasse nach rechts über Bredereiche Richtung Stolpsee. Auf unserem Rückweg bis zur Abzweigung begleitet uns wieder der Reiher der uns schon am Vorabend vorausgeflogen ist. Diesmal gelingen auch ein paar Fotos von dem graziösen Tier. Die Natur macht hier einen so unberührten Eindruck dass es manchmal schon fast kitschig wirkt. 2011_09_04_Havel

Nach einigen Kilometern treffen wir auf die erste automatische Schleuse. Nun muss Kapitän Paul zeigen was er bei der Einschulung gelernt hat. Mit Gefühl taste ich mich an die Anlegestelle vor der Schleuse heran. Da weit und breit kein anderes Boot in Sicht ist, muss ich alles alleine machen. 2011_09_04_Schleuse1Nach zwei Anlegeversuchen habe ich das 12 Meter Schiff so befestigt dass ich rausspringen und die Schleusenanlage auslösen kann. Dazu muss man einen grünen Hebel Richtung Schleuse drehen. Die Anzeigetafel an der Schleuse quittiert meinen Wunsch mit "Schleuse wird vorbereitet", was ca. 5 Minuten dauert. Nachdem die Ampel grün zeigt manövriere ich das Schiff in den engen Schleusenkanal. Mit 2-3 mal Abstoßen vom Rand stehen wir nun gerade in der Schleuse und ich muss wieder einen grünen Hebel drehen. Die Schleusung beginnt und wir haben alle Hände voll zu tun unser Schiff zu zweit am Rand festzuhalten. Dabei wären ein paar Leute mehr ganz hilfreich, denn Andrea hat mit ihren kurzen Händen hier kei2011_09_04_Schleuse2n leichtes Spiel.

Auf unserem Weg zum Stolpsee kommen noch 4 weitere Schleusen auf uns zu und wir werden immer besser. In der letzten Schleuse in Bredereiche kommt ein zweites Boot mit hinein da die Schleuse sehr groß ist. Hier muss ich während der Schleusung etwas mit dem Motor mithelfen da sich unser Schiff in der Schleuse von seiner Befestigung löst. Diesmal klappt es schon so gut dass wir trotz des "Ausreißers" nirgends anstoßen. Jetzt ist zumindest eine gewisse Grundroutine da 😉

Nach den Anstrengungen der vielen Schleusen legen wir in Bredereiche an um etwas zu essen. Die Speisekarte offeriert hier einige interessante Speisen mit Pfifferlingen (=Eierschwammerl), die ganz passabel schmecken. Nach dem Essen geht's weiter mit einer etwas anderen Landschaft. Weniger Wald, dafür sattgrüne Wiesen, Ziegen und Kühe gibt es hier. Nach einiger Zeit queren wir den Stolpsee der sehr groß ist. Herr Baumgärtner unser Vermieter, hat uns einen sehr guten Yachthafen am benachbarten Schwedtsee empfohlen. Als wir um ca. 16:00 Uhr dort ankommen sehen wir schon unzählige 2011_09_04_Schleuse3Boote die dort angelegt haben. Wir beschließen kurzer Hand dass wir uns den Trubel ersparen und ankern am anderen Ende des Schwedtsees, mit einigen anderen kleineren Booten, die aber weit genug weg sind um unsere Ruhe nicht zu stören.

Wir haben noch einen halb vollen Trinkwassertank und 70% Akkuladung, also schaffen wir ohne Probleme eine weitere Nacht ohne Strom und Wasser zu tanken.

2011_09_04_BadenDen restlichen Tag verbringen wir damit uns in die Sonne zu legen und Andrea springt sogar einmal kurz in das nicht mehr ganz so warme Wasser. Die paar Sonnenstunden tun uns gut, denn die heutige Fahrt war irgendwie anstrengender als wir dachten. Ein gemütliches Abendessen zu zweit mit ein paar Mücken (=Gelsen), die wir bald mal mit einem Gelsenstecker (=Mückenstecker) zur Flucht überreden beschließt diesen Tag.

Als wir im Bett liegen kommen wir zum Einschlafen nochmal in den Genuss der tollen Landschaft, denn das Boot dreht sich um die Ankerkette und beschert uns eine bessere Rundumsicht als auf dem Donauturm. Die Fenster unseres Schlafraumes sind so angeordnet, das man im Bett liegend auf beiden Seiten rausschauen kann – echt schwer bei so viel Ausblick einzuschlafen, denn zu sehen gibt es immer etwas, zumindest bis es dunkel geworden ist. Danach können wir durch die Glaskuppel im Dach noch die Sterne bewundern. Echt toll was unser Seemobil alles zu bieten hat!!

Ein Kommentar
  1. Gerd sagt:

    Hi Captain, Glückwunsch zu Deinem 1. Offizier, es ist immer gut, eine tolle Mannschaft zu haben 😉
    Es freut mich, dass euch diese Art Urlaub gefällt und Du wirst sehen, mit den Schleusen wird es immer besser.